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FAQ

   

Fragen und Antworten

Fliegen ist steuerbefreit

Das ist eines der größten Vorurteile, die man haben kann. Aber es hält sich so hartnäckig wie ein Märchen - und genau das ist es auch. Flugbenzin ist nicht wie oft angenommen steuerbefreit. Im Gegenteil. Die meisten Motorflugzeuge fliegen mit AVGAS, das bei einem Literpreis von knapp 2,60DM etwa 1,50DM Steueranteil enthält. Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge fliegen mit ganz normalem Tankstellenbenzin, das bei einem Literpreis von rund 1,80DM einen Steueranteil von etwa 1,30DM enthält. Die einzige Steuerbefreiung bei Fliegen gibt es für Mitglieder eines Vereines: Dort müssen keine Mehrwertsteuern abgeführt werden, sofern der Verein als gemeinnützig anerkannt ist. Das haben wir aber mit allen Sportvereinen gemeinsam.
Zahlen: BP Deutschland, Hamburg.

Was passiert, wenn ich in ein Luftloch komme ?

Gar nichts ! Denn, wie sollte es anders sein, in unserer rund 100 Km dicken Atmosphäre nimmt zwar die Luftdichte Richtung Weltraum ab, aber es gibt nicht einen einzigen Fleck in der Atmosphäre, der nicht mit Luft ausgefüllt ist. Was ist das dann, was die Laien "Luftlöcher" nennen ? Es sind Turbulenzen. Sie entstehen, wenn Winde mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aufeinander stoßen. Die die wir besonders spüren sind die Auf- und Abwinde. Sie sind aber natürlicher und harmloser Bestandteil unserer Atmosphäre. Wir Flieger lernen schnell, damit umzugehen und die Schieflage, in die wir durch die Turbulenzen manchmal kommen, auszusteuern.

Kann ich mit Brille und Plombe fliegen ?

Selbstverständlich. Das alte Vorurteil rührt aus der Militärfliegerei her. Dort sind die Belastungen so groß, daß man mit diesen kleinen "Accesoires" Probleme bekommen kann. Bei uns fliegt jedoch selten jemand mit Schallgeschwindigkeit, deshalb treten keine Belastungen auf. Etwas Auf und Ab gibt es zwar schon, aber damit ist es wie mit allem im Leben: Man gewöhnt sich daran ...

Wie gefährlich ist eigentlich Fliegen ?

Wir wollen nichts verharmlosen: Wie bei jedem Sport gibt es auch in der Fliegerei ein gewisses Risiko. Doch das geht weniger von der Fortbewegung in der Luft aus. Die Technik ist vergleichsweise simpel und überschaubar. Die Festigkeit eines Segelflugzeuges oder Motorseglers ist wesentlich höher als die einer Verkehrsmaschine. Die Flugzeuge werden jährlich von einem Prüfer kontrolliert, täglich durchgesehen und vor jedem Flug gecheckt. Das ergibt ein sehr lückenloses Sicherheitssystem.
Trotzdem ist ein Restrisiko durch den Faktor Mensch gegeben. Die dauernde Kontrolle der eigenen Fähigkeiten und das Abschätzen des eigenen Könnens sind elementare Dinge des Segelfliegerlebens. Die Flugvorbereitung darf nicht zur Routine werden, jeder Flug will sorgfältig geplant sein.
Wenn alle Sicherheitschecks und alle Maßnahmen wie z.B. umsichtiges und vorrausschauendes Fliegen beachtet werden ist das Segelfliegen ein sehr sicherer Sport.

Fliegen eigentlich nur Männer ?

Natürlich nicht ! Es gibt zwar immer noch sehr wenige Frauen unter uns Fliegern, aber die, die Spaß daran gefunden haben sind mit Begeisterung bei der Sache und bestätigen immer wieder, daß Fliegen kein ausschließlicher Männersport ist. Deshalb sollte man sich auch nicht von dummen Sprüchen abhalten lassen, einfach mal einen Gastflug oder Schnupperkurs mitzumachen.

Was kostet das ? Muß ich ein Flugzeug kaufen ?

Grundsätzlich gilt: Es gibt immer mehrere, unterschiedlich teure Möglichkeiten. Die günstigste ist, sich einem Verein anzuschließen. Dort kann man während und nach der Ausbildung ein Flugzeug zum Selbstkostenpreis benutzen. Über die genauen Preise gibt unsere Preisliste auskunft. Da alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich arbeiten, kommen außer dem Beitrag keine weiteren Kosten auf den Einzelnen zu. Speziell die Jugendlichen werden bei uns mit günstigeren Preisen für den Einsatz belohnt, den sie erbringen. Denn oft sind es die Flugschüler, die morgens die Halle ausräumen und den Flugbetrieb in Schwung bringen. Das soll belohnt werden, und schließlich ist die Fliegerei dann auch für Jugendliche so erschwinglich wie andere Gerätesportarten.
Anders sieht es in den Flugschulen aus. Dort kann man zwar die ganze Saison über fliegen, wird aber auch ordentlich zur Ader gelassen. Die Kosten für den Segelflugschein sind im Verein etwa genauso hoch wie für den Autoführerschein, bei einer Flugschule kann man bis zu dreimal mehr Geld loswerden.

Ist Fliegen schädlich für die Umwelt ?

Hier müssen wir unterscheiden: Segelfliegen ist nahezu frei von Emissionen, lediglich der Start beansprucht fremde Hilfe in Form von einem Motorflugzeug oder einer Schleppwinde. Beim Motorsegelflug enstehen natürlich durch den Betrieb des Motors Lärm- und Schadstoffemissionen. Motorsegler sind sehr leicht, brauchen deshalb nur kleine Motoren, die wenig Sprit verbrauchen. Die verwendeten Motoren sind außerdem technisch ausgereift, werde mit bleifreiem Sprit betrieben und erfüllen höchste Lärmschutzanforderungen.
Oft wird gesagt, der Landschaftsverbrauch von Flugplätzen sei enorm. Das mag auf den ersten Blick richtig sein. Doch wer sich genau umsieht, der stellt fest, daß viele Pflanzen- und Tierarten nur auf den Flugplätzen überleben konnten. Unbebaute Flächen stehen dort zu Verfügung, an die Flugzeuge haben sich viele Tierarten längst gewöhnt und so gibt es auf Flugplätzen oft ein friedliches und interessantes Miteinander von Mensch und Natur.

Was passiert, wenn kein Aufwind mehr da ist ?

Um dieses Thema ranken sich ja viele Gerüchte. Nein, man stürzt nicht sofort ab. Wenn man in der Nähe eines Flugplatzes ist, landet man dort und lässt sich mit dem Transporthänger abholen. Wenn kein Flugplatz da ist, kann man auf jeder Wiese oder jedem Acker landen. Segelflugzeuge sind stabiler gebaut und haben ein gutes Fahrwerk, sodaß selbst unebene Gelände keinen Schaden anrichten. Diese sogenannten Außenlandung sind etwas völlig Normales und werden während der Ausbildung geübt. Lediglich die Medien titulieren diese Außenlandungen immer wieder als "Notlandung" und suggerieren somit ein große Gefahr. Das ist bei Beachtung der Regeln definitiv nicht der Fall.

Kann man immer fliegen ?

Prinzipiell schon. Doch das Wetter ist nun einmal ein Faktor, der entscheidend ist. Es macht wenig Sinn, bei Regen zu fliegen. Das selbe gilt für den Winter: Es macht einfach keinen Spaß, bei klirrender Kälte im kalten Cockpit eines Segelflugzeuges vor sich hinzufrosten. Ausnahme bilden da sehr schöne Motorseglerflüge im beheizten Cockpit und Hochdruckwetterlagen, bei denen man die sogenannten Wellenflüge unternehmen kann. Das ist eine spezielle, sehr ergiebige Aufwindart, die große Höhen erreichen lässt. Dafür lohnt es sich dann, etwas zu frieren. Wetter ist eben eine Naturerscheinung, die die Fliegerei spannend und einzigartig macht.

(Quelle: FSV Radolfzell)

 
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